Bei Reisen in die Mittelmeerländer, nach Ungarn und dem Balkan können sich Hunde mit verschiedenen Krankheiten infizieren, die in Deutschland nicht oder nur in eng begrenzten Gebieten vorkommen.
Die Krankheitssymptome können sehr unterschiedlich sein und weisen häufig nicht eindeutig auf die zugrundeliegende Krankheit hin. Oft liegt der Urlaub schon länger zurück, wenn beim Hund die ersten Krankheitsanzeichen auftreten.
Die häufigsten Reisekrankheiten sind die Babesiose, Leishmaniose, Ehrlichiose und Dirofilariose:
-Babesiose: Die Übertragung der Babesien auf den Hund erfolgt durch bestimmte Zeckenarten (Buntzecke, Braune Hundezecke). Die Babesien dringen in die roten Blutkörperchen ein und zerstören diese. Es kommt zur Blutarmut und Gelbsucht. Durch Ausscheidung des abgebauten Blutfarbstoffes kann es zu einer dunklen Färbung des Urins kommen. Mattigkeit, Schwäche, hohes Fieber (bis 42°C) gehen mit der Erkrankung einher. Ohne Therapie kann die Babesiose oft tödlich verlaufen.
Eine hohe Infektionsgefahr besteht in Ungarn, Rumänien, Kroatien und allen weiteren Mittelmeerländern.
-Leishmaniose: Leishmanien werden durch Sandmücken auf Hunde übertragen. Die Krankheitsanzeichen treten oft erst Wochen oder Monate bzw. sogar Jahre später nach der Ansteckung im Urlaub auf. Man unterscheidet eine Haut- und/oder Eingeweideform. Die Hautveränderungen entstehen zuerst vor allem am Kopf mit Haarlosigkeit des Nasenrückens, der Ohrspitzen und um die Augen herum (Brillenbildung), können jedoch auch den gesamten Körper betreffen. Es kommt zu Schuppenbildung und Hautrötungen bis hin zu eitrigen oder geschwürigen Veränderungen der Haut. Typisch ist, dass diese Wunden häufig nur schwer oder gar nicht heilen. Symptome für die Eingeweideform sind Mattigkeit, Fieberschübe, Abmagerung, Nasenbluten, Vergrößerung der Milz und Leber, Nierenprobleme und Durchfall. Die Erkrankung kann individuell sehr unterschiedlich verlaufen, von mild bis tödlich. Auch Menschen können an Leishmaniose erkranken. Besonders gefährdet ist der Hund bei Urlaubsaufenthalten in den Mittelmeerländern, vor allem Portugal, Spanien und Südfrankreich.
-Ehrlichiose: Die Ehrlichiose ist eine durch bestimmte Zeckenarten (Braune Hundezecke) übertragene Erkrankung. Die Erkrankung ist zunächst durch hohes wiederkehrendes Fieber gekennzeichnet. Lustlosigkeit, Müdigkeit, leichte Abmagerung, verminderte Fresslust, sowie Lymphknotenschwellung, Nasen- und Augenausfluss treten auf. Es kommt zu Blutungsneigung und Blutarmut, Blutungen können sichtbar auf Haut und Schleimhäuten oder unsichtbar in Gelenken auftreten.
-Dirofilariose: Verschiedene Stechmücken übertragen die Larven der Dirofilarien, auch Herzwürmer genannt, auf den Hund. Erwachsene Herzwürmer werden bis zu 25 cm lang und leben im Blutgefäßsystem. Hier siedeln sie sich vor allem in der rechten Herzkammer und in der von dort in die Lunge führenden Arterie an. Die Würmer können die Blutgefäße verstopfen. Dabei kommt es zu Einschränkungen der Herzfunktion. Leistungsabfall, chronischer Husten und Atemnot sind typische Krankheitsanzeichen. Das Risiko einer Infektion mit Herzwürmern besteht vor allem in den Mittelmeerländern.
Die Behandlung von erkrankten Tieren kann problematisch sein. Nach vorbeugenden Maßnahmen fragen Sie Ihre Tierärztin/ Ihren Tierarzt. |
Borreliose beim Hund
Bei der Borreliose handelt es sich um eine vor allem chronisch verlaufende, schwierig zu erfassende Infektionskrankheit, die durch Borrelien verursacht wird.. Die Borrelien werden insbesondere von Zecken der Art Ixodes ricinus (gemeiner Holzbock) übertragen. Im Gegensatz zum Menschen tritt beim Hund sehr selten eine lokal erkennbare Hautrötung auf. Bei einem Zeckenbiß werden die im Darm der Zecke lebenden Borrelien aktiviert und wandern in die Speicheldrüsen der Zecke. Es dauert somit bis zu 24 Stunden, bis die Borrelien mit dem Zeckenspeichel in den Wirt eindringen. Die Krankheitssymptome, die bei einer Borreliose auftreten sind unspezifisch und werden leicht übersehen. Hunde können Wochen bis Monate nach einem Zeckenbiß Fieber, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Leistungsabfall, Bewegungsunlust, Lahmheiten, Schwellungen und/oder Schmerzhaftigkeit eines oder mehrerer Gelenke, der Muskeln oder der Wirbelsäule zeigen.
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