Geräuschangst - Tierärztliches Zentrum Kurzeichet

Tierärztliches Zentrum Kurzeichet
Telefon: 0049 (0) 8502 1388
94081 Fürstenzell; Kleingern 51 a
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Tierklinik Kurzeichet
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Geräuschangst bei Hunden / Tieren


  • Es gibt nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen, die sich mit Geräuschangst beschäftigen, obwohl Geräuschangst das häufigste Verhaltensproblem darstellt. (Blackwell et al.,2006; Imura et al., 2006; Araujo et al., 2013)
  • Bestimmte Rassen scheinen eine genetische Disposition für Geräuschangst zu haben z.B. Hütehunderassen und Rassen mit MDR-1 Gendefekt /Hypothyreose.
  • Hunde reagieren nicht zwingend mit Angst oder Stress auf laute Geräusche. Die Wahrnehmung von Geräuschen findet einmal durch Orientierung in Richtung Signal eventuell auch durch Schreckreaktion statt. Danach ist ein kurzes Erstarren gefolgt von motorischen Reaktionen zu beobachten (Flucht; Angriff, Erkundung oder Entspannung)
  • Es finden Lernprozesse statt begonnen von Gewöhnung über klassischer Konditionierung (Jagdhund mit Schußangst) über Sensibilisierung, Antizipation zur generalisierten Geräuschangst.
  • Vorbeugung: Welpen schon an Geräusche habituieren (Geräusch CD´s), Hintergrundgeräusche besonders während positive belegter Aktivitäten wie Fütterung; Geräusche selber erzeugen lassen (platzende Ballons). Ein Lerneffekt ist erst ab der 4. Lebenswoche zu beobachten.
  • Angst und Streß erkennen:
    • Vegetative Reaktionen (Harn lassen)
    • Körpersprache und Mimik (klein machen)
    • Lautäußerungen
    • Bewältigungs Startegien
      • Meideverhalten
      • Flucht
      • Aggresives Verhalten
      • Hunde: Deeskalationsverhalten
      • Erstarren/ Passivität
  • Training: Individuell auf jeden Hund anzuwenden
    • Klassische Gegenkonditionierung
    • Desensibilisierung (Belohnung bei Entspannung ev. mit Signal)
    • Desensibilisierung (instrumentelle Gegenkonditionierung)
  • Silvesterangst
    • 3 Wochen vorher
      • Gewöhnung an
        • Thundershirt
        • Box
        • Calming Cap
      • Massage / TTouch / Akupunktur
      • Entspannungssignal
      • Medikation
    • 3 Tage vorher
      • Reizreduktion
        • ruhiger dunkler Ort
        • White noise
      • keine Erregungssteigernde Aktivitäten
      • Besitzer "stülpt" sich nicht hektisch über ängstlichen Hund (damit wird Streß stärker)
      • Besitzer bietet sich als "sicheren Ort" an. Damit erfolgt wirkliches Beruhigen
      • Medikamente
    • Desensibilisierung
      • Geräusche per Handy im Haus abspielen
        • so leise, dass der Hund sich spätestens nach einer Minute entspannen kann
        • Entspannter Hund wird variabel belohnt
        • verschiedene Räume
      • Ziel 1: Hund reagiert nicht mehr bei der Lautstärke L1
      • Lautstärke erhöhen auf L2 und langsam hochregeln bis Hund minimale Stresssymptome zeigt usw.
      • Ziel 2: Lautstärke ist im Haus grenzwertig für Menschen - Hund ist entspannt
      • Im Haus bei hoher Lautstärke in verschiedenen Räumen Übungen (Platz, Doggy Push ups, Gymnastik)
      • Im Freien auf L2 oder L3 zurückgehen und an mindestens drei verschiedenen Orten bis höchste Lautstärke hoch arbeiten
      • Im Freien unter höchster Lautstärke Aufmerksamkeitssignal und Rückruf üben
        • Gymnastische Übungen machen
        • Sicheren Ort üben
        • Neue Orte erschließen
    • MEDIKAMENTE
      • Sinn der Medikamente 3 Monate, 3 Wochen und 3 Tage vor Silvester liegt darin, den Hund empfänglich für das Training zu machen!
        • 3 Wochen vorher: Alprazolam, Alpha Casozepin/DAP/Tryptophan/L-Theanin
        • 3 Tage vorher: Diazepam, Dexmetomidine, Alprazolam

  • Gerne stehen Ihnen unsere Tierärzte für Auskünfte zur Verfügung




Quelle: PhD.MSc. Dr. B. Schöning; F. Geweßler
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